|
Einleitung
Die rheumatischen Krankheiten, insbesondere die Polyarthritis,
gehören wohl zu
den bedeutendsten chronischen Erkrankungen. Die einzelnen Krankheitsbilder
können bzgl.
Entstehung, Verlauf und Behandlung unterschiedlich sein, haben jedoch den
Schmerz in
Gelenken, Knochen, Muskeln und Nerven und die Funktionseinschränkungen
gemeinsam. Vor
allem die entzündlichen Formen wie die Polyarthritis und der Morbus Bechterew ziehen den
gesamten
Bewegungsapparat in Mitleidenschaft und betreffen den Menschen in seinem
ganzen
Lebensumfeld. Er wird in seiner Selbständigkeit bei den Aktivitäten des
täglichen
Lebens, im privaten, persönlichen und beruflichen Bereich, beeinträchtigt
und droht von
fremder Hilfe abhängig zu werden. Die Unterschiedlichkeit und Vielfalt der
Erscheinungsbilder, die individuelle Ausprägung der Erkrankung und die
Auswirkungen auf
den Alltag machen eine enge Zusammenarbeit verschiedener medizinischer und
paramedizinischer Berufsgruppen notwendig. Neben dem Arzt mit seinen
medikamentösen und
operativen Maßnahmen sind dort die Physiotherapie und Ergotherapie zu
finden. Der
Grundsatz ihrer Bemühungen ist, den betroffenen Menschen in seinem Kampf um
größtmögliche Selbständigkeit und Unabhängigkeit und gegen eine drohende
Invalidität
zu unterstützen. Sein Wille zur aktiven Mitarbeit soll gestärkt werden.
Was ist
Ergotherapie?
Ergotherapie dient der Erhaltung, Verbesserung
oder Kompensation
motorischer, seelischer, geistiger und sozialer Fähigkeiten. Sie hat zum
Ziel, die
Handlungsfähigkeit des Kranken bzw. Behinderten zu erhalten. Ihre Arbeit
basiert auf
medizinischen und sozialwissenschaftlichen Grundlagen. Neben der
Betrachtung und Bewertung
der einzelnen Symptome versucht die Ergotherapie, den ganzen Menschen als
Teil seines
sozialen Umfeldes zu sehen, und ihm bei individuellen Problemlosungen
behilflich zu sein.
Damit soll das Gleichgewicht zwischen individueller Leistungsfähigkeit und
persönlichen
Bedürfnissen erhalten bzw. wieder gefunden werden. Sie arbeitet dabei nach
einem
handlungs- und alltagsorientierten Konzept und nutzt unter anderem
handwerkliche,
spielerische und geistige Prozesse und lebenspraktische Aktivitäten als
therapeutische
Maßnahmen. Beratung, Versorgung und Schulung mit Hilfsmitteln und Schienen
gehören
ebenso zum ergotherapeutischen Konzept.
Grundlagen des
Gelenkschutzes
Die Behandlung von Rheumakranken basiert auf den Prinzipien des
Gelenkschutzes,
wie sie Frau Dr. Merete Brattström aufgestellt hat. Alle Maßnahmen wie z.
B. die
Schienenversorgung, ein Funktionstraining, die Beratung über Hilfsmittel
und das
Selbsthilfetraining werden in der Ergotherapie, aber auch in den anderen
oben erwähnten
Berufsgruppen, nach seinen Regeln durchgeführt.

|
|
Wickelmethode: die Hand wird vom
Handgelenk bis zu
den PIP-Gelenken zur Stabilisierung und Korrektur der Ulnardeviation
vor allem nachts
gewickelt. |
Aber nur der Betroffene selbst kann einen wirksamen
Gelenkschutz
praktizieren, da nur er seine täglichen Arbeiten und Belastungen kennt. Es
sind die im
Alltag auf die Gelenke einwirkenden Kräfte, die üblichen Verrichtungen und
Gewohnheiten,
die je nach Größe und Ansprüchen kranke und dadurch verletzlich gewordene
Gelenkstrukturen mehr oder weniger stark belasten und gefährden. Der
Gelenkschutz beruht
auf Grundkenntnissen der Gesundheits- und Krankheitslehre und der daraus
abzuleitenden
gestörten Biomechanik der rheumatisch-entzündlichen Gelenke. Gelenkschutz
ist ein
ökonomischer Krafteinsatz während der Ruhe oder Arbeit, unter
Berücksichtigung der
physiologischen Körperhaltung und aktuellen Belastungstoleranzen.
Deshalb muß der Rheumakranke rechtzeitig in gelenkschützenden Maßnahmen
unterwiesen
werden. Der Gelenkschutz beinhaltet Prinzipien, die in das tägliche Leben
aufgenommen und
zur Routine gemacht werden müssen. Die Vorbeugung und Bekämpfung
schädlicher Einflüsse
setzt voraus, daß sich der Betroffene mit seinen Verhaltens- und
Handlungsweisen
auseinandersetzt und sich ihrer im gewohnten Alltag erst einmal bewußt
wird. Dazu muß
der Betroffene für gewohnheitsmäßige Fehlbelastungen und
kraftverschleißende
Bewegungsabläufe sensibilisiert werden. Schon an dieser Stelle setzt die
Hilfe des
Ergotherapeuten ein mit der nochmaligen Aufklärung und Unterrichtung über
das Wesen der
Krankheit, den Aufbau eines Gelenkes, dessen Funktionsweise und das
pathologisch-rheumatischen Geschehen.
| Ziel des
Gelenkschutzes ist es: |
| · |
Schmerzen zu lindern |
| · |
Gelenke zu stabilisieren |
| · |
die Durchblutung zu fördern |
| · |
die allgemeine Beweglichkeit zu
erhalten |
| · |
Fehlstellungen zu vermeiden bzw. zu
vermindern |
| · |
die Kraftübertragung zu verbessern |
| · |
Gelenke zu entlasten |
|
|
| Das
beinhaltet: |
| · |
die Verwendung von Hilfsmitteln |
·
|
die Verteilung von Belastung und Gewicht (z. B. im Sitzen statt
im Stehen
arbeiten, Einsatz beider Hände beim Heben, Tragen etc., Verwendung von
Griffverdickungen) |
| · |
eine ökonomische Arbeitseinteilung und Einschaltung von genügend
Ruhepausen |
| · |
das Tragen von stützenden, lagernden und korrigierenden
Schienen |

Einsatz einer Griffverdickung und veränderte
Handhabung des
Kochlöffels
Therapeutische
Ansätze der
Ergotherapie bei Rheumakranken
Unterweisung
Die Arbeit des Ergotherapeuten besteht bzgl. des Gelenkschutzes
darin, den
Rheumakranken anzuleiten, diese Regeln in sein tägliches Leben zu
übertragen. Es geht
dabei nicht so sehr darum, eine Handlung durch eine andere zu ersetzen,
als vielmehr
darum, die Art der Dynamik einer Tätigkeit zu andern, von alten
Gewohnheiten Abschied zu
nehmen und neue Handlungsschemata zu Gewohnheiten werden zu lassen. Dies
erfordert
Einsicht, innere Bereitschaft zu Auseinandersetzung und Veränderung, viel
Zeit und
mehrmaliges praktisches Üben anhand von vertrauten Tätigkeiten.
Unterstützt werden kann
dieser Prozeß durch Bildmaterial, Merkblätter und kleine Broschüren. Der
betroffene
Mensch soll lernen, Bewegungen und Tätigkeiten aufmerksam durchzuführen und
Qualitätsunterschiede festzustellen.
Der Gelenkschutz gilt als ein übergeordnetes Prinzip der Behandlung
chronischer
Polyarthritis. Erkrankte sollen deshalb bei Beginn der Behandlung zunächst
mit den
Empfehlungen des Gelenkschutzes vertraut gemacht werden.
Schienenversorgung
Hand- und Fingerschienen werden eingesetzt
zwecks |
·
|
Vermeidung bzw. Verminderung von Deformitäten der
Gelenke,
die mindestens passiv noch korrigierbar sind mit dem Ziel der
Funktionsverbesserung, wie
z. B. bei der Ulnardeviation (Abweichung der Finger zur Seite) oder
Schwanenhalsdeformitäten |

Funktionsschiene zur
Korrektur der
Ulnardeviation der
Langfinger
·
|
Stabilisierung eines schmerzhaft eingeschränkten und
instabilen Handgelenkes zur verbesserten Kraftübertragung und
Schmerzminderung |
·
|
gezielter Bewegungsübungen unter Vermeidung von
Achsenabweichungen, z. B. nach Entfernung der Gelenkinnenhaut oder
Gelenkimplantat |
|
|
Folgende Schienentypen kommen
besonders häufig zur Anwendung:
·
|
Lagerungsschienen zur partiellen Ruhigstellung,
Schmerzminderung,
Entlastung akutzündlicher Gelenke, nächtlicher Korrektur von
Deformitäten |
·
|
Funktionsverbessernde Schiene gegen die Ulnardeviation der
Langfinger,
Schwanenhalsdefor mitäten, den Schusterdaumen |
·
|
Stabilisierende Schienen, um Schmerzen zu lindern, Funktionen zu
verbessern, Kraftübertragung effektiver zu
gestalten. |
Aber kaum ein Ziel ist isoliert zu betrachten. So haben
Fehlstellungen
oft ihre Ursache in der Kompensation weiter proximal liegender
Veränderungen. In diesem
Sinne müssen Korrekturen von Fehlstellungen, Stabilisierung und Lagerung
von Gelenken
vorgenommen werden. Druckpunkte sind flächig zu vergrößern, es ist auf eine
achsengerechte Gelenkstellung zu achten, angrenzende Gelenke müssen in das
gesamte
Konzept der Schienenversorgung miteinbezogen werden. Das Material - meist
niedrigthermoplastischer Kunststoff - muß hautverträglich und leicht sein.
Die
entscheidenden Symptome wie Schwellung, Schmerz, Kontrakturen,
Deformitäten und
Instabilitäten müssen wegweisend für die Entwicklung des Modells und die
Anpassung der
Schiene sein. Grundsätzlich soll so wenig wie nötig fixiert, aber so gut
wie möglich
stabilisiert werden. Dazu gehört auch, daß die Schienen nach Möglichkeit
nicht ständig
getragen werden. Die geschienten Gelenke sollten mehrmals am Tag aktiv
oder passiv bewegt
werden. Der rheumakranke Mensch sollte seine Schiene allein an- und
ablegen können.
Da sowohl die Durchblutung gestört, die Haut empfindlich, der
Weichteilmantel als Polster
vermindert sein kann und es keine Gewähr für das Ausbleiben von weiteren
entzündlichen
Schüben gibt, sind regelmäßige Kontrollen und gute Aufklärung notwendig.
Und bei aller
Wichtigkeit von Funktionsverbesserung und Verminderung von Fehlstellungen
ist der
psychische und kosmetische Wert einer Schiene für den Betroffenen nicht zu
übersehen.
Manche lehnen jedes sichtbare, auffällige Zeichen für ihre Krankheit ab
und würden nie
mit einer Schiene auf die Straße, zur Arbeit oder sogar in ein Restaurant
gehen. Sie
fürchten die Blicke und Fragen der anderen und versuchen lieber, ohne
Schienen zurecht zu
kommen. Aber auch das Gegenteil ist möglich.
 |
Elastische Handgelenksmanschette zur Stabilisierung und
Stützung des Handgelenkes
|
Endlich sieht der Mitmensch, daß man krank, behindert
ist, daher
vieles nicht mehr kann und Klagen ihren Grund haben. Eine mit elastischer
Handgelenksmanschette trotzdem noch anders gehaltene Gabel ist viel
akzeptabler, da die
Behinderung so eindeutiger erkennbar ist.
Training im
lebenspraktischen Bereich
und Versorgung mit Hilfsmitteln
Die Befunderhebung bezieht sich auf die momentane häusliche,
persönliche und
berufliche Situation, erfaßt alle speziellen Krankheits- und
Behinderungsmerkmale, die
Schmerzsituation und Schwankungen im Tages und Wochenverlauf, und nimmt
die Gewohnheiten,
Notwendigkeiten und Wünsche des Rheumakranken auf.
Kriterien sind, ob er eine Tätigkeit immer, meistens, manchmal oder nie
ausführen kann.
Es wird weiter gefragt, ob er sie selbständig, unter Zuhilfenahme von
handelsüblichen
Haushaltshilfen, von speziellen Hilfsmitteln oder Inanspruchnahme einer
anderen Person
verrichtet. Bei entsprechenden Übungen, evtl. sogar in der vertrauten
häuslichen
Umgebung, kann der Therapeut sofort an der richtigen Stelle eingreifen,
eine
Griffanpassung (Adaptation) oder ein Hilfsmittel anbieten bzw. eine
veränderte Handhabung
zeigen. Aber es sollte nicht nur beim kurzen Vor- und Nachmachen bleiben,
es muß
reichlich Trainingsgelegenheit gegeben werden, um sich an neue Situationen,
Arbeitshaltungen, Griffe und Abläufe zu gewöhnen. Denn gerade im Bereich
der
Haushaltsführung spielen Gewohnheiten und überlieferte, althergebrachte
Arten der
Handhabung eine sehr große Rolle.

|
|
Verwendung eines Spezialmessers mit
besonders
gestaltetem Griff - achsengerechte Stellung des Handgelenks -
verbesserte
Kraftübertragung |
Deshalb sollte auch jedes Hilfsmittel,
jede Änderung im
Arbeitsablauf und Arbeitshaltung vorher noch einmal genau auf
Notwendigkeit,
Praktikabilität und Annehmbarkeit für den Betroffenen überprüft werden.
Hilfsmittel
selbst sollten klein, leicht, unauffällig, und auch für Familienmitglieder
und andere
Helfer gut zu handhaben sein - sie sollten außerdem gut und leicht zu
reinigen und nicht
zu teuer sein. Sie können nämlich durchaus auch zur
"Behinderung" werden, wenn
z.B. das Auseinandernehmen und die Reinigung einer Haushaltsmaschine
zeitaufwendiger bzw.
vom Betroffenen gar nicht mehr selbst zu bewältigen sind. Daher sind
Tricks in der
Handhabung, Ablaufsänderungen und kleine Adaptationen zu bevorzugen. Vor
der
Neuanschaffung sollte man sich gut beraten lassen.
Funktionstraining
nach einer
Operation
Ein spezielles Funktionstraining wird meist nach
einem akuten
Ereignis wie einer Operation durchgeführt. Hier ist dann immer ein genauer
Hand-Meßbefund angezeigt, um Ausgangswerte für die Behandlungsplanung und
Vergleichswerte für die Behandlungskontrolle zu erhalten. (Bei den anderen
ergotherapeutischen Maßnahmen werden in der Regel zu Beginn keine
Gelenkmessungen
durchgeführt, da sie großen Schwankungen unterliegen, dem Rheumakranken
immer wieder
sein ganzes Ausmaß der Behinderung vorführen und nur wenig Relevanz für die
durchzuführenden Maßnahmen haben.) Denn jetzt kommt es auf gezielte und
überprüfbare
Verbesserungen der Gelenkbeweglichkeit, der Handkraft und der
Greiffunktionen an. Auch
sind ganz detaillierte Absprachen mit dem Operateur notwendig, um den
genauen Zeitpunkt
des Therapiebeginns, das indizierte Übungsausmaß festzulegen und im Laufe
der Behandlung
immer wieder zu überprüfen.
Unter Beachtung aller Regeln des Gelenkschutzes kommen neben der evtl.
Schienung, z.B. zur
Lagerung oder stabilisierenden Führung eines operierten Gelenkes, vor
allem handwerkliche
und spielerische Methoden zum Einsatz. Sie müssen so ausgewählt und bei
Bedarf
abgewandelt werden, daß Ausweichbewegungen und Achsenabweichungen kaum
möglich sind oder
bewußt vermieden werden können. Die Material- und Objektauswahl unterliegt
den gleichen
Grundsätzen. Die Schmerz- und Belastungsgrenzen sollen eingehalten, aber
eher unter- als
überschritten werden. Es ist auf gute Sitz- und Arbeitshaltung zu achten,
Muskelverspannungen sind zu vermeiden und genügend Pausen einzuschalten.
Auf jeden Fall
sind Tätigkeiten mit überwiegend dynamischer Muskelleistung günstig. Die
isotonische
Muskelleistung entspricht mehr dem Wesen des Muskels, seine
Leistungsfähigkeit ist so
größer als bei isometrischer Muskelleistung, und sie entspricht vor allem
viel mehr den
Grundsätzen des Gelenkschutzes.
Als Methoden lassen sich verschiedene Techniken wie z.B. das Flechten,
Weben und Drucken
anwenden. Es eignen sich weiter Übungen mit Silikonknete oder verschieden
adaptierten
Spielen dazu. Zu jeder Behandlungsplanung gehört neben der Befunderhebung
eine genaue
Analyse der angestrebten Verfahrensweisen, die dann eine gezielte
Bestimmung des Objektes
in Größe, Höhe etc., der zu verwendenden Materialien, des genauen
Arbeitsablaufs und
einzusetzender Adaptationen zur Folge haben.
Für den Patienten kann die Freude an der Arbeit, am Erfolg im Vordergrund
stehen. Der
Therapeut dagegen muß sich ganz auf das Behandlungsziel konzentrieren,
also auf die
therapeutischen Bedingungen des Behandlungsverlaufs.
Durchführung von
Ergotherapie
Ergotherapie wird stationär oder ambulant
durchgeführt,
Hausbesuche gehören mit dazu. Die Unterweisung in den Gelenkschutzregeln
empfiehlt sich
als Gruppentherapie durchzuführen, ebenso die dazugehörigen praktischen
Übungen. Gerade
Rheumakranke lernen oft viel besser voneinander als vom Therapeuten, der
ja in der Regel
ein nicht betroffener, gesunder Mensch ist. Sie können sich gegenseitig
mit vielen
praktischen Ratschlagen helfen und sich stützen bei den Schwierigkeiten,
die die
Bewältigung einer chronischen, fortschreitenden Behinderung mit sich
bringt. Zwar wird
die Beratung über Hilfsmittel und deren Anpassung sehr individuell
vorgenommen, aber auch
hierbei können die Erfahrungen anderer Rheumakranker nützlich und
hilfreich sein.
Sehr häufig kommt der rheumakranke Mensch ambulant in die Ergotherapie.
Stationäre
Maßnahmen werden meist in Form einer Kur, zu Beginn einer medikamentösen
Basistherapie,
bei akuten Schüben oder nach operativen Eingriffen durchgeführt und sind
dann zeitlich
eher begrenzt.
Da die ergotherapeutischen Maßnahmen vom Grundsatz her
eher
langfristig, präventiv und begleitend im Lebensalltag konzipiert sind,
empfiehlt es sich,
das Gelenkschutztraining in einem Wochenrhythmus stattfinden zu lassen,
der dem
Betroffenen genügend Zeit läßt, das Gehörte zu verarbeiten, sich mit den
Inhalten des
Gelenkschutzes auseinanderzusetzen und erste Erfahrungen im privaten
Umfeld zu sammeln.
Bei der Schienenversorgung und meist auch beim postoperativen
Funktionstraining handelt es
sich um Einzeltherapie, die täglich, mindestens aber mehrmals pro Woche
durchgeführt
wird.
| Verfasser: |
Connie Koesling, Ergotherapeutin,
Berlin |
Es gibt in der ganzen Bundesrepublik niedergelassene
Ergotherapeuten.
Eine Liste der bestehenden Praxen ist beim DVE - Deutscher Verband der
Ergotherapeuten
(Adresse siehe Anhang) und seinen Landesverbänden erhältlich.
·
|
Der Verordnung müssen Art der Therapie (hier Ergotherapie), die
Anzahl
und Art der Behandlungen (Einzeltherapie, Gruppentherapie, Hausbesuch)
und die Diagnose zu
entnehmen sein |
·
|
Vor Beginn müssen Mitglieder der Primär-Kassen ihr Rezept bei
ihrer
Krankenkasse zur Genehmigung vorlegen. |
·
|
Die verschiedenen Positionen zur Abrechnung beinhalten
unterschiedliche
Behandlungsmethoden. Jede niedergelassene Ergotherapeutin gibt gerne
vor Behandlungsbeginn
Auskunft darüber. |
·
|
Im Rahmen der Primär-Kassen können Schienen nur im Rahmen einer
Behandlung abgerechnet werden, sie können nicht allein verordnet
werden. Bei den
Ersatzkrankenkassen des VdAK können Schienen einzeln verordnet und
abgerechnet werden. |
Der ambulanten Ergotherapie und deren
Abrechnung liegen
Verträge zwischen dem DVE, den Primärkassen und dem VdAK zu Grunde, die
die Länge der
Therapieeinheiten, abrechenbare Inhalte, Voraussetzungen des Therapeuten
und seiner Praxis
regeln.
Wie erhalte ich als Rheumapatient
ergotherapeutische Beratung und Behandlung an meinem
Wohnort?
Jeder Hausarzt und jeder Facharzt kann Ergotherapie per Rezept
verordnen. |
Weitere Informationen:
Deutsche Rheuma-Liga
Bundesverband e.V.
Rheinallee 69
53173 Bonn
Auflage 1994, 30.000 Exemplare |
DVE Deutscher Verband der Ergotherapeuten
Postfach 742208
76303 Karlsbad
|
| und in allen Geschäftsstellen der Landes- und
Mitgliedsverbände. |
Herausgeber: |
|
Deutsche Rheuma-Liga
Bundesverband e.V.
Rheinallee 69
53173 Bonn
Auflage 1995, 15.000 Exemplare |
Gefördert durch die Bundeszentrale
für gesundheitliche Aufklärung im
Auftrag des Bundesministeriums für Gesundheit
|
Anschriften der Deutschen
Rheuma-Liga
Bitte wenden Sie sich an unsere Verbände bzw.
örtlichen
Arbeitsgemeinschaften und Beratungsstellen in Ihrem Bundesland, wenn Sie
eine Information
oder einen Rat brauchen oder wenn Sie Mitglied der Deutschen Rheuma-Liga
werden wollen.
Der Mitgliederbeitrag wird von den Verbänden festgesetzt und schließt in
der Regel den
Bezug unserer Verbandszeitschrift MOBIL ein.
Adressliste der Deutschen
Rheuma-Liga
Ein Adressenverzeichnis aller örtlichen
Arbeitsgemeinschaften und
Beratungsstellen der Deutschen Rheuma-Liga mit detaillierten Angaben über
Kontaktpersonen
und Rufnummern erhalten Sie auf Wunsch vom Bundesverband und den
Landesgeschäftsstellen.
|