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Die
Osteoporose: Schwund des
Knochengewebes
Was eine Osteoporose ist, sagt am besten ihr Name: porös gewordener
Knochen. Wenn der
Prozeß des Knochenabbaus so weit fortgeschritten ist, daß der Knochen den
im täglichen
Leben auf ihn einwirkenden Kräften nicht mehr gewachsen ist, dann muß es
zum
Knochenbruch kommen. Diese Bruchgefahr ist es, welche die Osteoporose erst
eigentlich zur
Krankheit macht. Manche Knochen sind besonders gefährdet: die
Wirbelkörper, der
Oberschenkelhals und die Speiche des Unterarmes in der Nähe des
Handgelenkes.
Die Ursachen Es gibt nicht nur eine
Entstehungsursache. So können
bestimmte Krankheiten die Osteoporose in ihrem Gefolge haben - wir
sprechen dann von
sekundärer Osteoporose (etwa 5% aller Fälle). So vermutet man
beispielsweise, daß der
Grund für die bei der chronischen Polyarthritis recht häufige Osteoporose
unter anderem
in der Freisetzung von Substanzen zu suchen ist, die den
Entzündungsvorgang unterhalten.
Diese Stoffe regen besonders die Zellen an, welche für die Knochenauflösung
verantwortlich sind. Arzneimittel, die die Bildung von solchen
Entzündungsvermittlern
bremsen, haben dementsprechend auch einen günstigen Effekt auf das
Fortschreiten der
Osteoporose bei der chronischen Polyarthritis (z. B. Amuno).
In der Mehrzahl aber können wir eine eigentliche Ursache nicht
zweifelsfrei ausmachen.
Diese primäre Osteoporose ist am häufigsten und steht in einem engen
Zusammenhang mit
dem steigenden Lebensalter (Altersosteoporose). Etwa vom 45. Lebensjahr an
beginnt bei der
Frau die Menge an Knochensubstanz abzunehmen, man schätzt 5 - 10% in 10
Jahren. Beim Mann
ist der Verlust an Knochenmasse etwas geringer ausgeprägt und setzt auch
etwa 10 Jahre
später ein. Dieser Unterschied zwischen Frau und Mann läßt sich zu einem
großen Teil
mit dem Aufhören der natürlichen Bildung des Hormons Oestradiol in den
Wechseljahren
erklären. Sicherlich spielt aber auch eine Art Altersfaktor eine Rolle.
Anderenfalls
würde die Erkrankung nicht beim Mann auftreten können.
Natürlich gibt es auch Risikofaktoren. Unbestritten ist, daß
Mangelernährung in der
Jugend, vor allem unzureichende Einnahme von Milchprodukten und Mangel an
Bewegung und
körperlicher Betätigung, begünstigende Faktoren sind. Auch Untergewicht
mag man dazu
rechnen. Ob allerdings vermehrter Alkoholkonsum und Zigarettenrauchen
hierher gehören,
wie vielfach behauptet wird, muß man bezweifeln. Das hat eine Überprüfung
meiner über
3.000 Patienten ergeben. Anders ist es mit der vorzeitigen Entfernung der
Eierstöcke.
Diese sogenannte frühzeitige Ovarektomie gehört zu den größten
Risikofaktoren
überhaupt.
Damit kommen wir zu der Frage, ob vorbeugende Maßnahmen sinnvoll sein
können. Ganz
gewiß gehört dazu, die ausgefallene Oestradiolproduktion zu substituieren
(zu ersetzen).
Dieses muß so früh wie möglich in angemessener Dosierung erfolgen und
Aufgabe des
Frauenarztes sein. Selbstverständlich gehört auch eine ausreichende
körperliche
Aktivität zu den vorbeugenden Maßnahmen. Das gilt besonders für das Alter,
in dem noch
damit zu rechnen ist, daß die Knochenneubildung verhältnismäßig leicht
möglich ist,
also im Wachstumsalter. Ausreichende Zufuhr von Milchprodukten in diesem
Lebensabschnitt
ist genauso nötig.
Die
Diagnose
Wie diagnostiziert der Arzt die
Osteoporose? Zunächst
ist das konventionelle Röntgenbild immer ein wichtiger Wegweiser. Wenn es
schon zu
Wirbelkörpereinbrüchen gekommen ist, wird man die Osteoporose immer
vermuten müssen,
aber auch andere Erkrankungen auszuschließen haben, die zu
Wirbelkörperbrüchen führen.
Zur quantitativ genaueren Bestimmung stehen uns heute moderne Verfahren
zur Verfügung,
welche die Menge des im Knochen eingelagerten Minerals (Kalziumphosphat)
erfassen. Bei der
Dualphotonenabsorptionsmessung und der quantitativen digitalen
Röntgenographie wird die
Absorption von den Knochen passierenden energiereichen Strahlen bestimmt
und auf die
Knochensubstanzmenge umgerechnet. Der Schenkelhals und die
Lendenwirbelsäule sind hier
die bevorzugten Orte für die Untersuchung. Bei der dritten Methode, der
quantitativen
Computertomographie, ist es noch möglich, den Mineralgehalt im kompakten
äußeren Teil
des Knochens getrennt von den mehr schwammartigen inneren Anteilen (der
Spongiosa) zu
bestimmen. Die Ergebnisse aller 3 Verfahren lassen sich nicht ohne
weiteres untereinander
vergleichen, was bedeutet, daß spätere Kontrolluntersuchungen tunlichst
mit der jeweils
zuvor angewandten Methode vorgenommen werden sollten.
Die
Behandlung
Bei der Behandlung spielen die genannten vorbeugenden Maßnahmen eine
entscheidende
Rolle. Es muß also für genügend Kalzium und Eiweiß in der Nahrung gesorgt
werden, aber
auch für ausreichende körperliche Betätigung. Der Verlust der
Oestradiolproduktion bei
der Frau nach Eintreten der Wechseljahre sollte durch medikamentös
zugeführtes Oestrogen
ausgeglichen werden. Ist die Osteoporose einmal eingetreten, dann ist vor
allem dafür
Sorge zu tragen, daß es nicht zu Wirbelsäulenverbiegungen, in erster
Hinsicht zum
Rundnacken, kommt. Orthopädische Maßnahmen können dem weitgehend vorbeugen
und sind von
Fall zu Fall unterschiedlich. Die medikamentöse Behandlung erfolgt auch
heute noch durch
die Gabe von Substanzen, die Fluor enthalten. Die Unruhe, die vor einigen
Jahren zwei
Studien hinsichtlich dieser Behandlung hervorriefen, ist ganz sicher in
ihrer Auswirkung
unangebracht und überholt. Fluor ist in der Lage, auf vorgebildeten
Knochenanteilen neues
Knochengewebe entstehen zu lassen. Die Fluorbehandlung sollte 2 bis 3
Jahre in Anspruch
nehmen. In der richtigen Dosierung ist Fluor so gut wie unschädlich.
Leider aber spricht
nicht jeder Knochen auf diese Behandlung an. Man schätzt, daß die
Versagerquote bei etwa
20% liegt. Wenn es sich herausgestellt hat, daß Fluor im einzelnen Falle
keine Wirkung
zeigt, muß man es absetzen.
Ein anderes Wirkungsprinzip ist uns mit Kalzitonin gegeben. Kalzitonin ist
ein Hormon, das
den Knochenabbau bremsen und auch die Konzentration des Kalziums im Blut
senken kann.
Mittlerweile kann es nicht nur durch Spritzen, sondern auch über einen
Nasenspray
verabreicht werden. Dieses Hormon hat auch eine den Knochenschmerz
lindernde Eigenschaft.
Demgemäß setzt man es gern dann ein, wenn man damit rechnen muß, daß in
einem
bestimmten Zeitabschnitt die Knochenabbaurate besonders groß ist oder,
wenn es zu einem
schmerzhaften Wirbelkörpereinbruch gekommen ist. Leider kann man das
Hormon, das nur
wenig Nebenwirkungen hat, nicht ununterbrochen geben, weil es nach 5 bis 6
Monaten seine
Wirksamkeit manchmal verliert.
Auch Bisphosphonate, die als Tabletten gegeben werden, hemmen den
Knochenabbau. In
Deutschland steht uns Didronel® zur Verfügung (für 14 Tage im Vierteljahr
gegeben,
anschließend Kalzium, dann diesen Turnus wiederholen). Zur Zeit werden
auch noch andere
Arzneimittel und andere medikamentöse Behandlungsstrategien versucht. Wir
müssen aber
zugeben, daß all diese Maßnahmen über das Versuchsstadium noch nicht
hinausgekommen
sind und ihre Wirksamkeit auch noch nicht eindeutig erwiesen haben.
Nicht vernachlässigen darf man die Kräftigung der Muskulatur, insbesondere
die des
Nackens. Wenn die ersten Beschwerden durch einen Wirbelkörperbruch
abgeklungen sind,
sollte man krankengymnastische Kräftigungsübungen und zunehmend intensiver
werdende
Muskelmassagen einsetzen. Fast alle Knochenbrüche, die im Zusammenhang mit
der
Altersosteoporose auftreten, werden nicht anders behandelt als die, welche
durch einen
Unfall entstanden sind. Eine Ausnahme nur macht der Schenkelhalsbruch.
Weil dieser
vorwiegend Menschen im höheren Alter betrifft, versucht man, die
Bettliegezeiten dadurch
zu verkürzen, daß man den Schenkelhals und die Hüftpfanne schon primär
durch ein
künstliches Hüftgelenk ersetzt. Damit wird es möglich, die Patienten früh
aufstehen
und auch alsbald gehen zu lassen.
Verfasser:
|
Prof. Dr. K. J. Münzenberg
Orthopädische Universitätsklinik, Bonn |
Calcium von A
bis Z
Mineralstoffe sind lebensnotwendige
Bestandteile unserer
Nahrung. Sie werden für den reibungslosen Ablauf des Stoffwechsels
benötigt.
Calcium ist eines der wichtigsten Mineralien. Es hat neben anderen
Aufgaben eine besondere
Bedeutung als Skelettbaustein. Es gibt Personengruppen, die auf eine sehr
hohe
Calciumzufuhr angewiesen sind. Dazu gehören neben Schwangeren, stillenden
Müttern und
Jugendlichen in der Wachstumsphase auch osteoporosegefährdete oder
osteoporosekranke
Menschen. Calcium kommt in der Nahrung in stark unterschiedlichen Mengen
vor. Dieser
kleine Führer soll eine Orientierungshilfe für die Auswahl besonders
calciumreicher
Nahrungsmittel darstellen. Alle Lebensmittel sind alphabetisch
geordnet.
Lebensmittel
Calcium-Anteil in mg (bezogen auf den eßbaren Anteil von 100g
eingekaufter Ware)
Äpfel |
7 |
Majoran |
2500 |
Apfelsinen |
30 |
Mandarinen |
33 |
Aprikosen |
16 |
Mandeln |
250 |
|
|
Margarine |
12 |
Basilikum |
2070 |
Marmelade |
10 |
Bier (dunkel) |
3 |
Marzipan |
43 |
Bier (hell) |
4 |
Milch
(Magermilch) |
125 |
Birnen |
10 |
Milch
(Vollmilch) |
120 |
Blumenkohl |
20 |
Milchpulver |
920 |
Bohnen (weiß) |
105 |
Möhren |
40 |
Bratwurst |
8 |
Mortadella |
40 |
Brokkoli |
105 |
|
|
Brombeeren |
45 |
Nudeln |
25 |
Brombeersaft |
40 |
|
|
Brötchen |
25 |
Oliven |
61 |
Brunnenkresse |
151 |
Orangen |
40 |
Butter |
13 |
Orangensaft |
11 |
Buttermilch |
110 |
|
|
|
|
Parmesankäse |
1290 |
Camembert
(30% Fett i.Tr.) |
600 |
Petersilie |
245 |
Champignons |
8 |
Pfirsiche |
8 |
Chips |
40 |
Pflaumen |
14 |
Corned Beef |
35 |
Pommes frites
(erhitzt) |
9 |
|
|
Puddingpulver |
115 |
Datteln
(getrocknet) |
65 |
Pute |
25 |
Dillkraut |
1170 |
|
|
Dosenwürstchen |
10 |
Quark (20% Fett
i.Tr.) |
85 |
|
|
|
|
Emmentaler (45%
Fett
i.Tr.) |
1020 |
Rehfleisch |
18 |
Endiviensalat |
55 |
Reis
(Vollreis) |
25 |
Ente |
11 |
Rhabarber |
50 |
Erbsen
(getrocknet) |
50 |
Rindfleisch |
4 |
Erdbeeren |
25 |
Rindfleischkonserven |
14 |
Estragon |
1300 |
Roggenvollkornbrot |
30 |
|
|
Rosenkohl |
30 |
Feigen |
55 |
Rosinen |
30 |
Fleischwurst |
9 |
Rosmarin |
1470 |
|
|
Rotbarschfilet |
20 |
Gans |
8 |
|
|
Grapefruits |
18 |
Salami |
35 |
Grünkohl |
210 |
Salbei |
1770 |
|
|
Salzhering |
110 |
Hackfleisch |
8 |
Sauerkraut |
50 |
Hähnchen |
12 |
Schinken
(gekocht) |
15 |
Haferflocken |
55 |
Schinken
(roh) |
10 |
Hasenfleisch |
10 |
Schlagsahne (30 %
Fett) |
80 |
Haselnüsse |
225 |
Schmelzkäse
(halbfett) |
545 |
Heringsfilet |
35 |
Schnittlauch |
130 |
Himbeeren |
40 |
Schokolade |
215 |
Hühnerei |
55 |
Schweinefleisch |
3 |
|
|
Seelachsfilet |
14 |
Joghurt
|
145 |
Sellerie |
70 |
Johannisbeeren,
rot |
30 |
Sojabohnen |
255 |
Johannisbeeren,
schwarz |
45 |
Spaghetti |
25 |
|
|
Speck,
durchwachsen |
9 |
Kabeljaufilet |
25 |
Speisequark
(mager) |
85 |
Käse (Frischkäse)
60% Fett i.Tr. |
80 |
Spinat |
125 |
Käse (Hartkäse)
30% Fett i.Tr. |
820 |
|
|
Käse (Magerkäse)
unter 10% Fett i.Tr. |
125 |
Thunfisch |
40 |
Kakaopulver |
115 |
Thymian |
2070 |
Kalbfleisch |
13 |
Tomaten |
14 |
Kaninchenfleisch |
14 |
|
|
Karpfen |
50 |
Walnüsse |
85 |
Kartoffeln |
10 |
Weintrauben |
18 |
Kirschen,
süß |
17 |
Weißbrot |
60 |
Kirschen,
sauer |
8 |
Weizenvollkornbrot |
65 |
Knäckebrot |
55 |
|
|
Kohlrabi |
70 |
Zitronen |
11 |
Kondensmilch |
315 |
Zucker |
1 |
Kopfsalat |
35 |
Zunge |
7 |
Krabben |
90 |
Zwieback |
40 |
|
|
Zwiebeln |
30 |
Lachs |
13 |
|
|
Lauch |
85 |
|
|
Leber
(Rind) |
7 |
|
|
Leberwurst |
40 |
|
|
Linsen |
75 |
|
|
Hätten Sie gewußt, wieviel Calcium Himbeeren enthalten,
und wie gering
der Anteil dieses Mineralstoffes in einem Hähnchen ist? Mit Hilfe unserer
kleinen Tabelle
können Sie Ihre Ernährung auf ihren Calciumgehalt hin überprüfen und
gegebenenfalls
auf eine bessere Zusammensetzung umstellen.
Denken Sie
daran: Der Mensch braucht Calcium!
| Herausgeber: |
Deutsche Rheuma-Liga Bundesverband e.V.
Rheinallee 69
53173 Bonn
Überarbeitete Auflage 1996, 20.000 Exemplare
Drucknummer: MB 1.7/BV/12/96 |
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