Liebe Patientin, lieber Patient,

 

Sie leiden an einer rheumatischen Erkrankung, die mit verschiedenen Medikamenten behandelt wird. Besonders wichtig sind die langwirksamen Rheumamedikamente, die sogenannte Basistherapie.

 

Was sind langwirksame Rheumamedikamente ?

Diese Medikamente sollen Ihre Erkrankung langfristig verbessern. Sie sollen das Fortschreiten Ihrer Erkrankung aufhalten. Diese Behandlung wirkt nicht sofort, sondern erst nach mehreren Wochen. Dafür hält ihre Wirkung auch länger an.

 

Ihnen wird als langwirksames Rheumamedikament Antimalariamitteln empfohlen:

 

Wann tritt die Wirkung ein ?

Die meisten Patienten merken eine Besserung nach 3 - 4 Monaten. Bei manchen kann es auch bis zu 6 Monaten dauern, bis eine Wirkung zu spüren ist.

 

Wie wird die Behandlung mit Antimalariamitteln durchgeführt ?

Antimalariamittel gibt es nur als Tabletten. Im allgemeinen werden zwei bis drei Tabletten täglich verordnet.

 

Woran merken Sie, daß die Behandlung mit Antimalariamitteln wirkt ?

Nach einigen Wochen gehen die Schmerzen und Schwellungen zurück. Morgensteifigkeit und Müdigkeit nehmen ab. Die Belastbarkeit steigt. Oft bessern sich auch die Entzündungszeichen im Blut, wie zum Beispiel die Blutsenkung.

 

Wie lange wird die Behandlung mit Antimalariamitteln durchgeführt ?

Es ist notwendig, daß die Behandlung mit Antimalariamitteln langfristig erfolgt. Sie wirkt nur, wenn Sie Ihr Antimalariamittel regelmäßig einnehmen. Die Behandlung muß auch dann fortgeführt werden, wenn es Ihnen besser geht. Sonst kann sich die Krankheit verschlimmern.

 

morgens

abends

[ ] Chloroquin

[ ] Hydroxychloroquin

 

Was passiert, wenn die Behandlung mit Antimalariamitteln nicht wirkt ?

Erst nach sechs Monaten kann sicher beurteilt werden, ob die Wirkung von Antimalariamitteln ausbleibt. Wenn die Behandlung mit Antimalariamitteln nicht wirkt, wird Ihr Arzt die Therapie ändern.

 

Können Nebenwirkungen auftreten ?

Bei jeder wirksamen Behandlung können unerwünschte Wirkungen auftreten. Das gilt auch für die Therapie mit Antimalariamitteln. Daher ist eine Kontrolle der Behandlung durch Ihren Hausarzt und Ihren Augenarzt notwendig. Der Hausarzt überprüft deshalb in den ersten 4 Monaten alle 2 Wochen, danach alle 2 Monate das Blut. Nur so kann er eventuell auftretende Nebenwirkungen rechtzeitig erkennen und die erforderlichen Maßnahmen ergreifen. Dann bilden sich die Nebenwirkungen in der Regel vollständig zurück. Nicht jede Nebenwirkung zwingt zum Abbruch der Therapie. Die meisten der im Beipackzettel erwähnten Nebenwirkungen sind selten.

 

Welche Nebenwirkungen können auftreten ?

Die meisten Nebenwirkungen sind ungefährlich. Einige Patienten klagen über Übelkeit und Erbrechen. Andere haben Kopfschmerzen oder Schwindelgefühl oder sind außergewöhnlich müde. Diese Beschwerden treten vor allem in den ersten Wochen der Behandlung auf. Deshalb ist es günstiger, wenn Sie die Tabletten vor dem Schlafengehen einnehmen. Wenn sie zu schlimm sind, sprechen Sie mit Ihrem Arzt darüber. Manchmal kommt es zu Juckreiz oder Hautausschlag. Vermeiden Sie deshalb eine zu intensive Sonneneinstrahlung.

 

Beeinträchtigt Antimalariamitteln die Augen ?

In den ersten Tagen kommt es manchmal zu Sehstörungen, wie z. B. Verschwommensehen, Lichtempfindlichkeit oder Störungen des Farbsehens. Diese Veränderungen bilden sich nach kurzer Zeit zurück. Sie sind ungefährlich. Möglicherweise behindern sie beim Autofahren.

 

Gibt es gefährliche Nebenwirkungen an den Augen ?

Vor Beginn und während der Behandlung mit Antimalariamitteln müssen Sie regelmäßig vom Augenarzt untersucht werden. Bei bestimmten schweren Augenerkrankungen rät er von vornherein von einer Einnahme ab. Während der Behandlung können sehr selten Netzhautveränderungen entstehen. Sie sind abhängig von der Dosis. Darüber sollten Sie nicht erschrecken: Der Augenarzt kann diese Veränderungen erkennen, bevor bleibende Schäden auftreten. Deshalb müssen Sie alle 6 Monate zum Augenarzt gehen. Sie selbst merken von diesen Veränderungen nichts. Nur der Augenarzt kann sie rechtzeitig entdecken.
Vor Beginn der Therapie und während der Therapie alle 6 Monate augenärztliche Untersuchung!

 

Was ist außerdem noch während der Behandlung zu beachten ?

Während der Behandlung mit Antimalariamitteln sollten Frauen nicht schwanger werden. Ob die Behandlung in der Schwangerschaft und Stillzeit fortgesetzt werden kann, entscheidet Ihr Arzt.

Informieren Sie Ihren Arzt über alle Medikamente, die Sie außerdem noch einnehmen.