Liebe Patientin, lieber Patient,

 

Sie leiden an einer rheumatischen Erkrankung, die mit verschiedenen Medikamenten behandelt wird. Besonders wichtig sind die langwirksamen Rheumamedikamente, die sogenannte Basistherapie.


Was sind langwirksame Rheumamedikamente ?

Diese Medikamente sollen Ihre Erkrankung langfristig verbessern. Sie sollen das Fortschreiten Ihrer Erkrankung aufhalten. Diese Behandlung wirkt nicht sofort, sondern erst nach mehreren Wochen. Dafür hält ihre Wirkung auch länger an.


Ihnen wird als langwirksames Rheumamedikament D-Penicillamin empfohlen


Wann tritt die Wirkung ein ?

Die meisten Patienten merken eine Besserung nach 12 Wochen. Manchmal kann es auch bis zu 6 Monaten dauern, bis eine Wirkung zu spüren ist. Wenn die Wirkung nicht ausreicht, entscheidet Ihr Arzt über eine Dosissteigerung.


Wie wird die Behandlung mit D-Penicillamin durchgeführt ?

D-Penicillamin gibt es nur als Tabletten. Die Dosis wird langsam gesteigert. Dadurch vertragen Sie das Medikament besser.

morgens

mittags

abends

1. und 2. Woche

150 mg

3. und 4. Woche

150 mg

150 mg

5. und 6. Woche

150 mg

150 mg

150 mg

7. bis 16. Woche

300 mg

300 mg

 


Was ist bei der Tabletteneinnahme zu beachten?

Die Tabletten sollten 30 bis 60 Minuten vor einer Mahlzeit und nicht mit anderen Medikamenten zusammen eingenommen werden.


Wie geht die Behandlung mit D-Penicillamin nach der 16. Woche weiter?

Wenn die Behandlung mit D-Penicillamin gut wirkt, wird Ihr Arzt gemeinsam mit Ihnen versuchen, die Dosis zu verringern. Er will herausfinden, mit welcher Dosis Sie noch gut behandelt werden. Das Risiko unerwünschter Wirkung nimmt dadurch ab.


Was passiert, wenn die Behandlung mit D-Penicillamin nach 16 Wochen nicht ausreichend wirkt?

Sollte sich nach der 16. Woche zeigen, daß noch keine ausreichende Besserung durch die Behandlung mit D-Penicillamin eingetreten ist, wird Ihr Arzt Ihnen eine Steigerung der Dosis empfehlen. Sie wird alle 2 Wochen um je 150 mg gesteigert bis die Höchstdosis von 900 mg erreicht ist.

Woran merken Sie, daß die Behandlung mit D-Penicillamin wirkt?

Nach einigen Wochen gehen die Schmerzen und Schwellungen zurück. Morgensteifigkeit und Müdigkeit nehmen ab. Die Belastbarkeit steigt. Oft bessern sich auch die Entzündungszeichen im Blut, wie z.B. die Blutsenkung.


Wie lange wird die Behandlung mit D-Penicillamin durchgeführt?

Es ist notwendig, daß die Behandlung mit D-Penicillamin langfristig erfolgt. Sie wirkt nur, wenn Sie Ihre Tabletten regelmäßig einnehmen. Die Behandlung muß auch dann fortgeführt werden, wenn es Ihnen besser geht, sonst kann sich die Krankheit verschlimmern.


Was passiert, wenn die Behandlung mit D-Penicillamin nicht wirkt?

Erst nach 6 Monaten kann man sicher beurteilen, ob die Wirkung der Behandlung mit D-Penicillamin ausbleibt. Wenn die Behandlung mit D-Penicillamin nicht ausreichend wirkt, wird Ihr Arzt die Therapie ändern.


Können Nebenwirkungen auftreten?

Bei jeder wirksamen Behandlung können unerwünschte Wirkungen auftreten. Das gilt auch für die Therapie mit D-Penicillamin. Daher ist eine regelmäßige Kontrolle der Behandlung durch Ihren Hausarzt notwendig. Nur so kann er eventuell auftretende Nebenwirkungen rechtzeitig erkennen und die erforderlichen Maßnahmen ergreifen. Dann bilden sich die Nebenwirkungen in der Regel vollständig zurück. Nicht jede unerwünschte Wirkung zwingt zu einem Abbruch der Therapie. Die meisten im Beipackzettel erwähnten Nebenwirkungen sind selten.


Auf welche Nebenwirkungen müssen Sie selbst achten?

Manchmal kommt es zu Geschmacksstörungen. Diese Nebenwirkung ist zwar unangenehm, aber nicht gefährlich. Sie bildet sich nach zwei bis drei Monaten zurück. Beobachten Sie, ob ein Juckreiz oder ein Hautausschlag auftritt. Achten Sie auf schmerzhafte Bläschen oder Entzündungen im Mund und/oder Rachen. Informieren Sie Ihren Arzt über diese Nebenwirkungen. Sofort sollten sie Ihren Arzt aufsuchen, wenn Sie eines der folgenden Warnzeichen bemerken: Fieber ,Sehschwäche / Doppelbilder, ungewohntes Zahnfleischbluten, "blaue Flecke". Glücklicherweise sind diese Nebenwirkungen äußerst selten.


Welche Nebenwirkungen bemerkt Ihr Arzt?

Der Arzt achtet auf Haut- und Schleimhautveränderungen. Durch Blutuntersuchungen kann er Veränderungen an der Leber, an den Nieren und Blutbildung feststellen. Besonders wichtig ist auch eine Urinuntersuchung, um die Nierenfunktion zu prüfen. Falls bei Ihnen Nebenwirkungen im Zusammenhang mit der Behandlung mit D-Penicillamin auftreten, entscheidet Ihr Arzt über die weitere Behandlung.


Wie oft müssen die Kontrolluntersuchungen durchgeführt werden?

1. - 3. Monat     ab 4. Monat
alle 2 Wochen     alle 4 Wochen

Sollten Sie ungewohnte Beschwerden während der Behandlung mit D-Penicillamin bemerken, dann müssen Sie unverzüglich Ihren Hausarzt informieren.


Was ist außerdem noch während der Behandlung zu beachten?

Während der Behandlung ist bei Frauen eine sichere Empfängnisverhütung notwendig. In der Schwangerschaft und Stillzeit sollte die Behandlung mit D-Penicillamin nicht fortgesetzt werden.
Informieren Sie Ihren Arzt über alle Medikamente, die Sie außerdem noch einnehmen.