Liebe Patientin, lieber Patient,

Sie leiden an einer rheumatoiden Arthritis (chronische Polyarthritis). Diese Erkrankung wird mit verschiedenen Medikamenten behandelt. Besonders wichtig sind die langwirksamen Rheumamedikamente, die sogenannten Basistherapeutika.


Was sind langwirksame Rheumamedikamente?

Diese Medikamente sollen Ihre Erkrankung langfristig verbessern. Sie sollen das Fortschreiten Ihrer Erkrankung aufhalten. Diese Behandlung wirkt nicht sofort, sondern erst nach einigen Wochen. Dafür hält ihre Wirkung auch länger an.
Ihnen wird als langwirksames Rheumamedikament Leflunomid empfohlen.


Wann tritt die Wirkung ein?

Die meisten Patienten verspüren eine Besserung bereits nach 4 – 6 Wochen.


Wie wird die Behandlung mit Leflunomid durchgeführt?

Leflunomid wird in den ersten drei Tagen in einer Startdosis von 100 mg pro Tag verabreicht (1 x 1 Tablette 100 mg / Tag an den ersten 3 Tagen). Ab dem 4. Tag wird eine Erhaltungsdosis von: 20 ..........................mg pro Tag eingenommen.(1 x 1 Tablette)


Was müssen Sie während der Leflunomidbehandlung besonders beachten?

Sie sollten während der Behandlung mit Leflunomid möglichst keinen Alkohol trinken. Informieren Sie Ihren Arzt über alle Medikamente, die Sie einnehmen.


Woran merken Sie, daß die Leflunomidbehandlung wirkt?

Nach einigen Wochen gehen die Schmerzen und Schwellungen zurück. Morgensteifigkeit und Müdigkeit nehmen ab. Die Belastbarkeit steigt. Oft bessern sich auch die Entzündungszeichen im Blut, wie zum Beispiel die Blutsenkung.
Wie lange wird die Leflunomidbehandlung durchgeführt?

Es ist notwendig, daß die Leflunomidbehandlung langfristig erfolgt. Sie wirkt nur, wenn Sie Ihr Leflunomid regelmäßig einnehmen. Die Behandlung muß auch dann fortgeführt werden, wenn es Ihnen besser geht. Sonst kann sich die Krankheit wieder verschlimmern.


Was passiert, wenn die Leflunomidbehandlung nicht wirkt?

Frühestens nach 4 Monaten kann man die Leflunomidbehandlung sicher beurteilen. Wenn Leflunomid nicht ausreichend wirkt, wird Ihr Arzt die Therapie ändern.


Können Nebenwirkungen auftreten?

Bei jeder wirksamen Behandlung können unerwünschte Wirkungen auftreten. Das gilt auch für die Leflunomidtherapie. Daher ist eine ständige Kontrolle der Behandlung durch Ihren Hausarzt notwendig. Nur so kann er eventuell auftretende Nebenwirkungen rechtzeitig erkennen und die erforderlichen Maßnahmen ergreifen. Dann bilden sich die Nebenwirkungen in der Regel vollständig zurück. Die meisten der im Beipackzettel erwähnten Nebenwirkungen treten nur selten auf.


Auf welche Nebenwirkungen müssen Sie selbst achten?

Es können bei einigen Patienten Appetitlosigkeit, Übelkeit, Erbrechen, Bauchschmerzen, Durchfall, Kopfschmerzen, Müdigkeit, Haarausfall oder Hautrötungen auftreten. Manche Patienten zeigen einen leichten Anstieg des Blutdrucks oder verlieren vorübergehend gering an Gewicht. Wenn Sie eine dieser Erscheinungen beobachten, sollten Sie Ihren Arzt informieren. Er wird dann über die weitere Behandlung entscheiden.


Welche Nebenwirkungen bemerkt Ihr Arzt?

Der Arzt achtet auf Haut- und Schleimhautveränderungen sowie Veränderungen des Blutdrucks. Durch Blutuntersuchungen kann er Veränderungen an der Leber, an den Nieren und an der Blutbildung feststellen. Diese Untersuchungen können durch Ihren Hausarzt vorgenommen werden. Falls bei Ihnen Nebenwirkungen im Zusammenhang mit der Leflunomidbehandlung auftreten, entscheidet Ihr Arzt über die weitere Behandlung. Nicht jede unerwünschte Wirkung zwingt zum Abbruch der Therapie.


Wie oft sollen die Kontrolluntersuchungen durchgeführt werden?

In den ersten 6 Monaten

Ab dem 6. Behandlungsmonat

alle 2 Wochen

alle 4-8 Wochen



Wenn Sie ungewohnte Beschwerden unter der Leflunomidtherapie bemerken, informieren Sie Ihren Arzt.


Was passiert, wenn Sie eine Tabletteneinnahme vergessen haben?

Sollten Sie wirklich einmal eine Tabletteneinnahme versäumt haben, sollten Sie diese so schnell wie möglich nachholen, es sei denn, es ist fast schon Zeit für die nächste Dosis. Verdoppeln Sie die nächste Dosis als Ausgleich für die Ausgelassene nicht! Falls Sie sich wegen der weiteren Behandlung unsicher sind, fragen Sie Ihren Arzt. Die Tabletteneinnahme darf allerdings nicht häufiger vergessen werden, da sonst der Behandlungserfolg gefährdet ist.
Schwangerschaft

Wie bei den meisten anderen Basistherapien ist auch bei Leflunomid eine Gefährdung des ungeborenen Lebens möglich. Eine Schwangerschaft muß daher während der Leflunomidbehandlung und wegen der sehr langen Verweildauer im Körper bis zu 2 Jahre nach Absetzen des Präparates sicher verhütet werden. Wenn Kinderwunsch besteht - auch vielleicht erst in einigen Jahren – sollten Sie ihren Arzt informieren. Der Arzt wird dann nach Beendigung der Leflunomid-Behandlung ein Präparat (Colestyramin oder Aktivkohle) verordnen, welches die Ausscheidung von Leflunomid beschleunigt (siehe unten).

Im Falle einer bereits eingetretenen Schwangerschaft ist die Therapie sofort zu beenden, und das weitere Vorgehen mit dem behandelnden Arzt zu besprechen. Männer sollten während der Leflunomidbehandlung keine Kinder zeugen. Bei Kinderwunsch auch bis zu 2 Jahre nach Beendigung der Leflunomidbehandlung sollte nach Rücksprache mit dem behandelnden Arzt ein Auswaschverfahren durchgeführt werden.

Stillzeit: Da Leflunomid in die Muttermilch übergeht, darf unter der Behandlung mit Leflunomid nicht gestillt werden.


Was ist außerdem noch während der Behandlung zu beachten?

Sollten Sie während der Behandlung unter Durchfall leiden, so nehmen Sie bitte keine Aktivkohle-haltigen Präparate ein, da diese die Wirkung von Leflunomid beeinträchtigen. Impfungen sollten während der Leflunomidbehandlung nur nach Rücksprache mit Ihrem Arzt erfolgen. Nach Absetzen von Leflunomid kann ein Krankheitsschub der rheumatoiden Arthritis auftreten.

Alkohol sollte während der Behandlung vermieden werden. Leflunomid verbleibt auch nach der letztmaligen Einnahme noch längere Zeit im Körper. Sehr selten kann es zu unerwünschten Wirkungen kommen, die eine Entfernung des noch im Körper verbliebenen Medikaments erforderlich machen. Dies ist auch bei einer geplanten bzw. ungewollten Schwangerschaft erforderlich (siehe oben). Hierzu wird Ihnen der Arzt für 11 Tage ein Präparat (Colestyramin oder Aktivkohle) verordnen, welches die Ausscheidung von Leflunomid beschleunigt. Colestyramin kann bei einigen Patienten Blähungen oder Durchfälle verursachen. Derartige Erscheinungen lassen sich aber vermeiden, wenn Colestyramin über einen entsprechend verlängerten Zeitraum in geringerer Dosis eingenommen wird. Durch Colestyramin kann auch die Ausscheidung von anderen Medikamenten teilweise beschleunigt werden.